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Sandra Kaiser / Blog


Der Raum der Stille und die wütende Lou

Wo ist die Gemeinsamkeit? Während ich auf die erste große Lieferung warte, damit "Die wütende Lou" von mir signiert in die Welt darf, ist in der Stille bereits die zweite Geschichte entstanden. Ganz anders, aber auch tief berührend.


Gestern kam dann ein Impuls von außen: "Es ist auf der Homepage für das Außen nicht klar erkennbar, was genau im Raum der Stille passiert." Man hatte den Flyer übersehen. In meiner Welt übersieht man nichts grundlos. In meiner Welt hat jede meiner Handlungen und jeder Impuls von außen eine tiefere Bedeutung.


In der Nacht habe ich geträumt und wachte schweißgebadet auf. Es ging um ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren: die Tilgung der Masse und den hälftigen Erlass von Säumniszuschlägen. Da ich beruflich mit Insolvenzen zu tun habe, dachte ich im ersten Moment, ich hätte einfach nur Berufliches verarbeitet. Ich hatte in der vergangenen Woche sehr herausfordernde Aufgaben und den Wechsel ins Wochenende vielleicht nicht ganz geschafft...


In der Traumdeutung hatte dieses Bild jedoch eine viel tiefere Bedeutung. Es hat noch einmal intensiv die letzten beiden Jahre gereinigt. Alte Schuld ist beglichen - ein Vergleich, der Frieden bringt. Zeitgleich stürmt es gewaltig seit gestern Abend, als würde die alte Welt einfach fortgeweht. Es geht um Transformation hin zur ursprünglichen Urkraft. Diese Urkraft in mir brennt, bringt das Eis in mir zum Schmelzen und nimmt in der Stille immer mehr Raum ein.


Um das Schmelzen der Eiszeit geht es auch in meinem nächsten Buch. Wieder durchlaufe ich die Entstehung der Geschichte körperlich. Vor eineinhalb Jahren kam erstmals der Begriff "Körper-Fengshui" auf. Beim Fengshui geht es darum, die Energie wieder in einen freien Fluss zu bringen. Wieso sollte das bei unseren Körpern anders sein? All die Blockaden, die im Laufe unseres Lebens entstanden sind, stören den freien Fluss der Lebensenergie. Um es mit meiner neuen Geschichte zu verbinden: Bereiche in unserem Körper sind wie eingefroren und warten nur darauf, dass das Eis schmilzt.


Aber wie soll das funktionieren? Haben wir doch gelernt, unsere Verantwortung an andere abzugeben, die uns retten und reparieren sollen. Hier wird mein Leitfaden nun völlig klar:


Ich brauche niemanden. Die Urkraft, die sich aus der hochfrequenten Stille Bahn bricht, braucht keinen Meister. Die Urkraft ist einfach - so wie das Sein.


Ich rette niemanden. Auch ich bin nicht der Meister, der dich rettet.


Ich repariere niemanden. Ich stelle dir den Raum zur Verfügung, in dem du dich selbst retten und befreien kannst. Einen Raum, in dem du wieder die Verantwortung für dich selbst übernehmen darfst. Einen Raum, in dem du das Eis in dir zum Schmelzen bringen kannst. Einen Raum für pures, reinstes Körper-Fengshui, in dem deine Lebensenergie wieder in Fluss kommt.


Für mich schließt sich hier ein Kreis, der alles zusammenfügt. Ein tiefes Verständnis entsteht in mir. Vieles wird nun klarer und gerade kommt mir ein Satz in Erinnerung, der mich schon seit ein paar Jahren begleitet:


"Wir leben das Leben vorwärts und verstehen es rückwärts."


Von wem dieser Satz stammt, ist mir nicht bekannt. Heute wird wieder einmal spürbar, wie viel Wahrheit in diesen Worten steckt.


Alles Liebe


Sandra


Seitdem ich mein Kinderbuch "Die wütende Lou" nun real zu Hause habe, kam immer wieder der Gedanke auf. Wieso ich Lou auf den ersten Bildern so aufbrausend dargestellt und beschrieben habe. Ich selbst war ein sehr stilles, angepasstes und funktionierendes Kind. Als Mittlere zwischen zwei Brüdern, ein richtiges "Sandwich-Kind" wie man so schön sagt und obendrein noch das Mädchen. Erzählungen zu Folge habe ich anfangs schon versucht meinen kleinen Kopf durchzusetzen. Aber geboren in einer Zeit, wo Kinder still sein mussten, funktionieren und sich anzupassen hatten, wurde dieser Wille wohl schnell gebrochen. Da war ich nun dieses stille, angepasste Kind, dass man überall mit hinnehmen konnte. Das keinen Ärger machte.


Als ich selbst Mutter einer Tochter wurde, wollte ich vieles anders machen, was ich als Kind vermisst hatte. Meine Tochter konnte ich tatsächlich auch "überall mit hinnehmen", aber mit ihr durfte ich wachsen. Was hatte ich denn nun anders gemacht? Habe ich denn als Mutter alles richtig gemacht? Nein, sicher nicht. Für meine Tochter war ich der Fels in der Brandung. Die Löwin, die kämpft. Ich habe ihr zugehört, ihr einen Raum gegeben. Einen Raum in dem sie sicher war, in dem sie sich ausprobieren konnte. Habe ich sie machen lassen, was sie wollte? Nein, nicht unbegrenzt. Ich war die "Leitplanke", die den Rahmen vorgibt. Sie hatte eine sehr lange Leine, um sich auszuprobieren. Diese Leine hieß Vertrauen. Sie war lang, wenn ich ihr vertrauen konnte. Sie war lang, weil sie mir vertrauen konnte. Es war die Offenheit, das Vertrauen und die unerschütterliche Liebe, die mir selbst als Kind gefehlt hat. Aus einer Zeit, wo "um des lieben Friedens willen", gerne alles unter den Teppich gekehrt wurde und die mich stumm werden lies. Das dies in Wirklichkeit das Unausgesprochene, die stumme Wut war, wurde mir erst wirklich bewusst, als ich das Buch nun zu Hause hatte. Schlagartig wurde mir klar, welches "Fass" ich da aufgemacht hatte.


Es ist vielleicht einfach nach Lösungen zu suchen, wenn es offensichtlich ist. Aber was ist, wenn es ganz still und stumm in uns verborgen schlummert? Wenn es so unterdrückt ist und sich vielleicht körperlich äußert? So war es zumindest bei mir. Dieser Kieferschmerz, der irgendwann so laut wurde und nichts wirklich half.

Wenn wir tief in uns hinein spüren und ehrlich zu uns selbst sind - versteckt sich nicht in jedem von uns Wut, vielleicht auch Unzufriedenheit, irgendwo ganz tief in unserem System?


Ist es nicht endlich an der Zeit, der stummen Wut in uns einen Raum zu geben?


Alles Liebe


Sandra

Aktualisiert: 17. Okt.


Preis: 9,99 €

Altersempfehlung: Für Kinder ab 4 und das Kind in uns.


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Blick auf die Rückseite



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